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Dea Loher erhält Bertolt-Brecht-Preis
"Eine Kennerin der Antriebe und Abgründe der menschlichen Seele"

Dea Loher
 

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Dea Loher erhält den diesjährigen Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde Dea Loher als "Autorin einiger der bedeutendsten Arbeiten der deutschsprachigen Theaterliteratur" zuerkannt.

Der Preis wurde zum 50. Todestag von Brecht zum fünften Mal vergeben. Frühere Preisträger sind Franz Xaver Kroetz (1995), Urs Widmer (2001) und Christoph Ransmayr (2004).

Die Begründung der Jury:
Dea Loher ist die Autorin einiger der bedeutendsten Arbeiten der deutschsprachigen Theaterliteratur der vergangenen Jahrzehnte. Mit Stücken wie "Leviathan", "Adam Geist", "Klaras Verhältnisse" oder "Unschuld" hat sie sich nicht nur als eine Meisterin der deutschen Sprache erwiesen, sondern zudem als eine dezidiert politische Autorin, die zentrale Fragen unserer Zeit mit den Mitteln des Dramas in aller Schärfe formuliert, aber vorschnelle oder ideologische Antworten auf diese Fragen beharrlich verweigert. Sie verfügt über die erstaunliche Fähigkeit, unsere komplexe Gesellschaft, die sich mehr und mehr der literarischen Darstellbarkeit zu entziehen scheint, trotz allem präzise zu porträtieren. Ihre Stück sind auf der Höhe des theoretischen Reflektionsniveaus der Gegenwart, aber zugleich von großer Sinnlichkeit und Emotionalität.

Dea Loher ist, wie Brecht, eine entschlossene Aufklärerin, die sich der Grenzen der Aufklärung jederzeit bewusst bleibt, sie ist eine Poetin des Theaters, die Bilder von großer Schönheit und zugleich erschütternder Genauigkeit entwirft, sie ist eine Virtuosin der dramatischen Formensprache mit einem wachen Blick für die Tragödien unserer Epoche, und vor allem ist sie eine Kennerin der Antriebe und Abgründe der menschlichen Seele, die ebenso anrührende wie einprägsame Theatercharaktere auf die Bühne zu stellen vermag.

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